Weinprobe

Nur zu gerne hätten die Bremer ihren eigenen Wein, mit dem sie auch beim Eiswettfest ihre Gäste beglücken könnten. Aber eine Hanglage sucht man in unserer norddeutschen Tiefebene vergebens und dann noch dieses Schmuddelwetter... nun ja, da lassen wir es doch lieber sein. 

Kein Wunder also, dass schon vor gut 200 Jahren Wein neben Zucker, Kaffee und Tabak zu den wichtigsten Handelsgütern in Bremen zählte. Und daran ist das Präsidium der Eiswette vielleicht nicht ganz unschuldig. 

 

Es ist ein Gesetz der Eiswette, dass auf den Eiswettfesten nur deutsche Weißweine gereicht werden und die Rotweine aus dem Bordeaux stammen. Allährlich im November kommt das Präsidium an zwei Terminen zur Weinprobe im Kaiserzimmer des Bremer Ratskellers zusammen und wählt sorgfältig und mit viel Geschmack den Weiß- bzw. Rotwein für das kommende Eiswettfest aus. 

Es ist wie ein Treffen der anonymen Weinflaschen, die nur mit Nummern gekennzeichnet sind. Jedes Mitglied des Präsidiums schreibt auf einen vorbereiteten Stimmzettel die Nummer seines Favoriten. Der Notarius Publicus zählt die Stimmen aus - und die zwei beliebtesten Weine lässt sich das Präsidium in einem zweiten Durchgang noch mal auf der Zunge zergehen. Wieder wird gewählt und der Notarius Publicus verkündet feierlich das Ergebnis und damit den Eiswett-Wein des kommenden Eiswettfestes.