Past-Präsidenten

Peter Braun

Peter Braun

Präsident der Eiswette von 2004 bis 2012

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Peter Braun, ein langjähriger Eiswett-Präsident, wurde am 24. Februar 1950 in Bremen geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium an der Hamburger Straße volontierte er in der Redaktion des Delmenhorster Kreisblattes.
Dieser Ausbildung zum Journalisten schloss sich ein Studium der Sozialwissenschaften und Publizistik in Göttingen an. Braun beendete es als diplomierter Sozialwirt und begann seine berufliche Laufbahn bei den Harz-Weser-Werkstätten gGmbH in Osterode.
Zunächst wirkte er dort als Assistent, später als Geschäftsführer. 1983 machte er sich mit seinem Unternehmen Peter Braun Personalberatung GmbH selbstständig, die Firma hat ihren Sitz heute im Unicom im Technologiepark an der Universität.
Peter Braun ist Eiswett-Novize des Jahrgangs 1996. Vor der Übernahme der Präsidentschaft führte er zwei Jahre das Amt des Schatzmeisters aus.

Für seine Premiere im Januar 2004 konnte er mit Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch und dem Ex-WDR-Intendanten Friedrich Nowottny zwei hochkarätige Redner gewinnen.

Von 1991 bis 1995 gehörte Braun für die FDP der Bremischen Bürgerschaft an, von 1995 bis 1999 war er Landesvorsitzender der Liberalen.
Braun ist Diakon der St. Petri-Domgemeinde. Im ersten Jahr seiner Amtszeit kam das "Aus" für den Space Park und Werder schaffte das Double mit deutscher Meisterschaft und Pokalsieg.

Uwe Hollweg

Präsident der Eiswette von 2001 bis 2003

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Mit Uwe Hollweg kam wieder ein Bremer an die Spitze der Eiswette. Am 13. Oktober 1937 geboren, besuchte er die Waldorf-Schule und schloss dünn die Staatliche Handelsschule ab.
Im August 1956 trat Hollweg als persönlich haftender Gesellschafter in die Firma seine Vaters, das Unternehmen Cordes & Graefe, Bremen, ein. Die heutige KG ist eine der führenden europäischen Fachgroßhandlungen für Haustechnik.
Hollweg ist Mitinhaber und Beiratsmitglied. Eiswett-Novize wurde der Unternehmer im Jahr 1975.

Seine politische Laufbahn in der CDU begann 1971, ab 1974 war er ihr Landesvorsitzender. Dieses Amt gab Hollweg 1979 aus Protest gegen die Nominierung von Franz Josef Strauß zum Kanzlerkandidaten der Union auf.
Der Bremischen Bürgerschaft gehörte er von 1975 bis 1979 sowie von 1983 bis 1991 an. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Karin gründete Kunstsammler Hollweg 1996 die "Karin und Uwe Hollweg-Stiftung", die sich der Förderung der Kunst verschrieben hat.
Seit 2003 ist Hollweg Ehrenbürger Bremens.

In seine Eiswett-Präsidentenzeit fiel unter anderem der denkwürdige Auftritt von Bundeskanzler Gerhard Schröder als Deutschland- und Bremen-Redner, der das Fest vorzeitig verließ, um zu den Damen ins Park Hotel zu fahren. Zu seinen herausragenden Gästen und Rednern zählten Ludwig Georg Braun, der Präsident des Industrie- und Handelskammertages sowie Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel.

Zu den großen Ereignissen in Bremen während der Amtszeit Hollwegs gehörten die Eröffnung des Space Parks sowie Aufstieg und Fall des Musical Theaters am Richtweg.

Dr. Hanns-Jörg Scupin

Präsident der Eiswette von 1997 bis 2000

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Nach dem Berliner Eisenführ der Schwabe Hanns-Jörg Scupin. Geboren am 31. Oktober 1936 in Stuttgart ging er in Friedrichshafen zur Schule, machte 1955 sein Abitur, studierte anschließend in Tübingen und Hamburg Rechtswissenschaften.
An das Referendariat in Baden-Württemberg und Hamburg schloss sich die Promotion in Tübingen an.

Im Anschluss an seine Ausbildung trat Scupin in die Firma Paul Günther Hamburg/Bremen ein und war 30 Jahre Partner in dem Unternehmen der Schifffahrtsbranche.
Eiswett-Novize wurde Hanns-Jörg Scupin im Jahr 1984. Zu den herausragenden Rednern seiner Zeit als Eiswett-Präsident gehörten Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog, der Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode sowie der Historiker Arnulf Baring. Unvergessen auch die stehenden Ovationen für Bürgermeister Dr. Henning Scherf als Gästeredner des Jahres 2000.

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben ist Scupin noch als Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonissenanstalten aktiv. In seine Präsidentschaft fiel der erste Spatenstich für den Space Park, Britney Spears trat in der Stadthalle auf und am Geschworenenweg ereignete sich eine verheerende Gasexplosion.

Günther Eisenführ

Präsident der Eiswette von 1993 bis 1996

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Der Berliner ist bei Günther Eisenführ auch heute noch unüberhörbar. Am 11. April 1933 geboren, besuchte er das Gymnasium in Schwerin, siedelte 1950 aus der DDR nach Walsrode um und machte dort 1952 sein Abitur. In Darmstadt studierte er anschließend Maschinenbau und begann seine berufliche Laufbahn 1957 als Ingenieur in der Reifenforschung bei den Phoenix-Gummiwerken in Hamburg-Harburg. Ab 1960 folgte in Bremen und München eine Ausbildung zum Patentanwalt.

Eisenführ arbeitete ab 1963 zunächst als Partner in einem Bremer Patentanwaltsbüro, 1966 machte er sich mit einer eigenen Kanzlei selbstständig. Eisenführ erhielt Lehraufträge an der Universität und der Hochschule Bremen, schrieb als Ko-Autor ein Standardwerk zur Gemeinschaftsmarkenverordnung. In die Präsidentschaft des Eiswett-Novizen von 1988 fiel der Umzug des Eiswettfestes von der "Glocke" in das Congress-Centrum auf der Bürgerweide. Bemerkenswerte Ereignisse in dieser Zeit waren die Eröffnungen von Congress-Centrum, Teerhofbrücke und des umgestalteten Flughafens, das Restaurantschiff "Welle" versank in der Weser und Aribert Galla, Chef der "Schwarzgeldklinik" musste sich vor Gericht verantworten. Zu Eisenführs Rednern zählten Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Edzard Reuter, Pater Augustinus sowie Lord Ralf Dahrendorf. Für die Öffnung in Richtung Osten nach der Wende standen Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf sowie der polnische Literat Andrzej Szczypiorski.

Peter Kloess

Präsident der Eiswette von 1988 bis 1992

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Mit Peter Kloess übernahm wieder ein Bremer die Präsidentschaft der Eiswette. Er wurde am 22. Mai 1932 geboren und machte 1951 sein Abitur am Alten Gymnasium. Nach einem Studium von Schiffbau und Maschinenbau in Hannover bzw. Karlsruhe trat der Dipl.-Ing. 1962 in das Konstruktionsbüro bei der Howaldtswerke AG in Hamburg ein.

Daran schloss sich ein einjähriger Aufenthalt in England bei der Firma Mac Gregor an. Anschließend stieg Kloess ins väterliche Geschäft bei der Deutschen Mac Gregor ein, wo unter anderem Lukendeckel und Bugtore gebaut wurden.
Der Unternehmer war Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Metallindustrie im Unterwesergebiet, Präsident der Unternehmensverbände im Lande Bremen, Arbeitsrichter und Plenumsmitglied der Handelskammer. 1995 verkaufte Kloess seine Firma und bezeichnete sich fortan als "Freigänger" 1980 war er Novize der Eiswette, von 1983 bis 1987 ihr Schatzmeister Während seiner Amtszeit fiel die Mauer, fand das Gladbecker Geiseldrama statt, wurde Werder Europapokalsieger und war "Das Gold aus dem Kreml" ein großer Ausstellungserfolg.

Zu seinen Gästen gehörte Theo Sommer, Herausgeber der ZEIT, der im Januar 1989 in seiner Rede auf Deutschland und Bremen die Vereinigung mit der DDR als so gut wie ausgeschlossen bezeichnete. Weitere große Redner in der Ära Kloess: Bundeskanzler Helmut Kohl, Ministerpräsident Franz-Josef Strauss und Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe. 1991 verzeichnete die Eiswette den einzigen Ausfall des Stiftungsfestes. Wegen des Golfkrieges sah das Präsidium die Sicherheit der Gäste - unter anderem US-Botschafter Vernon Walters - als nicht gesichert an.

Dr. jur. Hans-Joachim Enge

Präsident der Eiswette von 1985 bis 1987

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Mit Hans-Joachim Enge übernahm 1985 ein gebürtiger Sachse (25. September 1925 in Leipzig) die Schneider-Elle des Präsidenten. Seinen Schulbesuch schloss er 1943 mit dem Reifevermerk, dem so genannten Notabitur ab und studierte ab 1946 in Erlangen Jura und Volkswirtschaft. Nach dem ersten Staatsexamen war er wissenschaftlicher Assistent an der Hochschule Wilhelmshaven, spezialisierte sich auf Verkehrs- und Versicherungsrecht. 1953 erhielt Enge einen Lehrauftrag an der Universität Köln und promovierte dort. Anschließend absolvierte er bei der Colonia in Köln eine Versicherungslehre, wurde dann in den Vorstand der Margarine Union (Unilever) berufen. Am 1. Oktober 1957 trat Enge als persönlich haftender Gesellschafter in das bremische Unternehmen Lampe & Schierenbeck ein. Er hat sich inzwischen aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen, schreibt jedoch immer noch Gutachten und Fachartikel über englisches und deutsches Versicherungsrecht. Genosse der Eiswette wurde Enge 1966, ihr Präsident im Jahr 1985. Auf ihn geht der zum Beschluss gewordene Vorschlag zurück, die Präsidentschaft auf höchstens fünf Jahre zu begrenzen. Zu den von Enge gewonnenen Rednern gehörten ExBundespräsident Prof. Dr. Karl Carstens, Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen sowie Staatssekretär Prof. Manfred Timmermann. Enge war von 1984 bis 2002 britischer Honorarkonsul in Bremen, Vize-Präses der Handelskammer und sieben Jahre lang Präsident des Clubs zur Vahr. In seine Amtszeit als Eiswett-Präsident fielen Ereignisse wie die Einführung der Bremer Karte durch die BSAG, die Verurteilung von Hochstapler Gert Postel sowie der Umbau der "Queen Elizabeth 2" bei der Lloyd-Werft in Bremerhaven.

Hans Budde

Vizepräsident der Eiswette leitete das Stiftungsfest im Jahr 1984 gemeinsam mit seinem Kollegen Hans-Joachim Enge

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Der am 29. Juli 1920 in Bremerhaven geborene Hans Budde sprang beim Eiswettfest 1984 gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten-Kollegen Hans-Joachim Enge für den verhinderten Präsidenten Klaus Gätjen ein.
Budde ging zunächst in der Seestadt und in Bremen-Lesum zur Schule, machte 1938 am Alten Gymnasium sein Abitur.

Nach Kriegseinsatz und Gefangenschaft studierte er ab Ende 1945 in Hannover Architektur und bekam nach dem Diplom eine Anstellung am Lehrstuhl.
Budde arbeitete in einer offenen Bremer Bürogemeinschaft und war am Entwurf des Kaffeehauses am Emmasee maßgeblich beteiligt.
Zu seinen Entwürfen zählten das Haus der Kirche, die Müllverbrennungsanlage und die Verkehrsfliegerschule. Budde war Eiswett-Novize des Jahrgangs 1961.

Durch eine besonders effektive Aufstellung der Tische in der "Glocke" gelang es ihm, 30 Personen mehr als sonst üblich im notorisch überfüllten Festsaal zu platzieren.
Ehrenamtlich engagierte sich Budde als Diakon und Bauherr der St. Petri Domgemeinde, im Bund Deutscher Architekten und ab 1989 als Vorsitzender der Bremer Aufbaugemeinschaft.
Die Eiswett-Redner des Jahres 1984 waren Prinz Louis Ferdinand und Kölns Oberstadtdirektor, der frühere Bremer Kurt Rossa. In jenem Jahr bekam Roland ein Gitter, die Fähre "Hal över" nahm ihren Betrieb auf und Astronaut Ulf Merbold besuchte Bremen.
Hans Budde starb am 1. November 2002 in Bremen.

Dr. jur. Helmut Schläfereit

Präsident der Eiswette von 1976 bis 1978

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Ein Bremer wie aus dem Bilderbuch war Helmut Schläfereit: Am 29. Mai 1922 geboren, besuchte er die Schule in seiner Heimatstadt und schloss mit dem Abitur an der Oberrealschule Dechanatstraße ab. Nach dem Kriegseinsatz studierte Schläfereit in Kiel Jura und promovierte auch dort. Das Referendariat führte ihn wieder zurück nach Bremen, 1953 trat er in eine angesehene Anwalts- und Notariatssoziätät ein. Der Eiswett-Novize des Jahrgangs 1970 verdiente sich seine Sporen als Redner mit einem unnachahmlich trockenen Humor. Beste Voraussetzungen für einen Notarius publicus und ebenso für das Amt des Präsidenten. In seine Amtszeit fielen Ereignisse wie der Terror durch die RAF, die Entführung und Ermordung von Hans-Martin Schleyer sowie die Explosion der Bremer Rolandmühle. Er konnte so prominente Redner wie Bundesbahn-Vorstandschef Dr. Wolfgang Vaerst, Bankier Jürgen Ponto und Bauernpräsident Constantin Freiherr von Heereman gewinnen.

Nach drei erfolgreichen Festen sollte das 150. Stiftungsfest mit Bundespräsident Walter Scheel als Redner auf Deutschland und Bremen der Höhepunkt in Schläfereits Leben werden - er erlebte es nicht mehr. Schläfereit starb nach schwerer Krankheit am 17. September 1979.

Dr. jur. Klaus Gätjen

Präsident der Eiswette von 1971 bis 1975 und von 1979 bis 1983

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Nach Karl Löbe führte mit Klaus Gätjen wieder ein gebürtiger Bremer (1. April 1926) die Eiswette. Nach dem Abitur am Alten Gymnasium und der Kriegszeit studierte Gätjen ab 1945 in Göttingen Jura. Sein Referendariat absolvierte er wiederum in der Hansestadt, trat anschließend in die Kanzlei seines Vaters ein.

Von den Eiswett-Genossen wurden vor allem die rhetorischen Fähigkeiten Gätjen geschätzt, dem Novizen des Jahres 1966.Nach "Lehrjahren" als Notarius publicus schaffte Gätjen 1971 den Sprung an die Spitze des Präsidiums - und sorgte für frischen Wind in der Runde. Ihm verdankt die Eiswette eine deutliche Modernisierung der Dramaturgie der Eiswettfeier. Zu den Highlights auf der Rednerliste der beiden Amtsperioden Gätjens gehörten Bundeslandwirtschaftsminister Josef Ertl, Deutsch-Bankier Hermann J. Abs, Bundespräsident Walter Scheel und Vizekanzler Hans-Dietrich Genscher.

Gätjen betätigte sich ehrenamtlich in zahlreichen Institutionen, so war er Diakon und Bauherr der St. Remberti-Gemeinde, Vorsitzender des Goethebundes und Aufsichtsratsvorsitzender der Schnoor GmbH.
In Gätjens Amtszeiten fielen unter anderem die Krawalle um das öffentliche Gelöbnis im Weserstadion, der Bau der Eislaufhalle auf der Bürgerweide (Inzwischen längst abgerissen) sowie der Untergang der AG "Weser".

 

Dr. jur. Karl Löbe

Präsident der Eiswette von 1968 bis 1970

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Ein gebürtiger Berliner (4. Juni 1911) übernahm mit Karl Löbe 1968 die Präsidentschaft der Eiswette. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Halberstadt studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Innsbruck, Wien und Kiel. 1935 promovierte er und zog drei Jahre später nach Bremen. In der Hafenverwaltung stieg Löbe bis zum Regierungsrat auf. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wurde er 1947 Geschäftsführer des Weserbundes, 1958 sein Vorsitzender und ab 1973 Ehrenvorsitzender. Löbe betrieb maßgeblich den Ausbau der Mittelweser und des Mittellandkanals.

Er war ab 1952 Vorstandsmitglied der Mittelweser AG in Hannover, zog von 1961 bis 1965 als Abgeordneter der FDP in den Bundestag ein. Nach seiner parlamentarischen Arbeit wurde Löbe Geschäftsführer der Nordwest-Kanal GmbH und ab 1968 der Fulda GmbH. Der Eiswettpräsident - Novize des Jahres 1960 - veröffentlichte mehrere Arbeiten über die Holzwirtschaft und über die Weser als Schifffahrtsweg.
Die Eiswett-Genossen verdanken ihm das mehrfach aufgelegte Buch "Eiswette von 1829 in Bremen". 1970 schlug Präsident Löbe vor, die Zahl der Wettgenossen auf 275 festzulegen.
Herausragender Redner in der Präsidentschaftszeit Löbes war Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Karl Schiller. Während der Jahre seiner Präsidentschaft ereigneten sich die Straßenbahn-Unruhen und der Bauland-Skandal, die ersten Bauten der Universität entstanden und bei Eisgang rissen sich 20 Binnenschiffe auf der Weser los. Karl Löbe starb am 24. Februar 1993 in Bremen.

Dr. jur. Georg Borttscheller

Präsident der Eiswette von 1951 bis 1967

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Mit Georg Borttscheller schaffte es ein Nichtbremer an die Spitze der Eiswette. Er wurde am 5. Juli 1896 in Frankenthal (Oberpfalz) geboren und studierte nach dem Abitur Staatswissenschaften in München und Hamburg. Nach seiner Promotion wurde er Banklehrling und später Assistent am Institut für auswärtige Politik in Hamburg.
Nächste berufliche Station war die "Weser-Zeitung", dort wurde Borttscheller zunächst Leitender Handelsredakteur, später Chefredakteur. Nach der Einstellung des Blattes übernahm er die Geschäftsführung beim Verkehrsverein.
Seine politische Karriere begann Borttscheller erst nach dem Zweiten Weltkrieg: Er trat der Bremer Demokratischen Volkspartei bei, später der FDP. Inwischen war er Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. 1951 wurde Borttscheller als Abgeordneter der Freien Demokraten in die Bremische Bürgerschaft gewählt und führte die Fraktion bis 1959.

Nach der Bürgerschaftswahl in jenem Jahr wurde Borttscheller Häfensenator und blieb es bis 1971.

In dieser Zeit erwarb er sich große Verdienste um die bremischen Häfen, insbesondere um den Auf- und Ausbau des Containerverkehrs. Sein Spitzname aus dieser Zeit: Container-Schorse.
Borttscheller war im Jahr 1936 Novize der Eiswette und blieb ihr Präsident über den beeindruckenden Zeitraum von 1951 bis 1967 - 17 lange Jahre. In dieser Ära der Eiswette in den Jahren des Aufbaus gelang es Borttscheller, höchst prominente Redner zum Eiswettfest nach Bremen zu laden, unter anderem Bundeswirtschaftsminister Prof. Dr. Ludwig Erhard, Berlins Regierenden Bürgermeister Willy Brandt, Bundesminister Walter Scheel und Staatssekretär Prof. Dr. Karl Carstens. Übrigens: Die Tradition des Absingens der Nationalhymne nach der Rede auf Deutschland wurde 1951 beim Eiswettfest in der Oberen Rathaushalle begründet. Ein Jahr später fand das Fest erstmals in der "Glocke" statt und die runden Eisschollen-Tische wurden eingeführt.
1960 erfolgte auf Anregung des Präsidenten die Zusammenfassung der Deutschland- mit der Bremen-Rede.

In Borttschellers Amtszeit fielen unter anderem der Bau der Neuen Vahr, die Borgward-Pleite und Werders erste deutsche Meisterschaft im Jahr 1965.
Dr. Georg Borttscheller starb am 27. August 1973 in Bremen.

Georg Albrecht Fürst

leitete das Eiswettfest im Jahr 1950 in Vertretung des erkrankten Präsidenten Dr. Richard Ahlers

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Ebenso wie Ahlers war auch sein Vertreter im Jahr 1950 "echter" Bremer. George Albrecht Fürst kam um 15. November 1876 in Bierneu zur Welt, besuchte das Alte Gymnasium, lernte in einem Baumwoll-Importhaus und ging dann für 14 Jahre in die Vereinigten Staaten - zunächst als selbstständiger Einkäufer, danach als Mitinhaber der Firma Fürst, Edwards 3 Co. in Dallas/Texas.

Nach Bremen zurückgekehrt, widmete er sich dem Baumwollimport und gründete die Firma Fürst, Papenburg & Co., deren Seniorchef er war.Nach dem Zusammenbruch war George Albrecht Fürst einer der ersten Bremer, der in die USA reiste und den Handel wieder in Gang brachte. Über Jahrzehnte vertrat Fürst die deutschen Interessen bei der Universal Cotton Standard Conference in Washington, von 1947 bis 1949 war er Präsident der Bremer Baumwollbörse. Neben verschiedenen Ehrenämtern übte der Baumwollkaufmann das Amt des Vizepräses der Handelskammer aus und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Carl-Schurz-Gesellschaft. Eiswett-Novize war Fürst im Jahr 1932.

Die Rede auf Bremen hielt beim Eiswettfest 1950 in der Oberen Halle des Alten Rathauses Herbert von Düring, die Deutschland-Rede Prinz Hubertus zu Löwenstein. Die Tischsammlung für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger erbrachte 2500 Mark.
Im Jahr 1950 bekam Bremen ein US-Generalkonsulat, das Pfund Spargel kostete auf dem Wochenmarkt 2,40 Mark, zum Seifenkistenrennen im Weserstadion kamen rund 32 000 Zuschauer. George Albrecht Fürst starb am 30. Juli 1969 in Bremen.

Dr. jur. Richard Ahlers

Präsident der Eiswette im Jahr 1949

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Richard Ahlers war es vorbehalten, die Eiswett-Tradition nach der langen Unterbrechung wegen des Zweiten Weltkriegs fortzusetzen. Ahlers, ein "waschechter' Bremer, wurde am 21. Dezember 1884 geboren, bestand 1904 in Bremen das Abitur und studierte zunächst in München Architektur Im zweiten Semester wandte er sich der Rechtswissenschaft zu, studierte in Berlin und Leipzig. Ahlers promovierte über das Thema "Die rechtliche Natur der Quittung nach geltendem Recht". 1914 trat er in die Rechtsanwalts-Sozietat Wiegand, Edzard und Lürmann ein. Nach 1945 gehörte Ahlers zu den Gründungsmitgliedern der Bremer CDU, hatte ein Mandat in der Bremischen Bürgerschaft und wurde vorläufiger Präsident der Bremer Evangelischen Kirche. Ahlers lud nach zehnjähriger Unterbrechung zum ungewöhnlichen Termin am 19. März 1949 zur ersten Nachkriegs-Eiswette in den Festsaal des Neuen Rathauses. Einziger Gast der Eiswett-Genossen war Bürgermeister Wilhelm Kaisen, der die Deutschland-Rede hielt.

In Ahlers' Präsidentschaft fiel die Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit Bremen als Bundesland, der Landesetat betrug 315,6 Millionen Mark und der Kfz-Bestand in Bremen hatte sich auf 9942 erhöht. Dr. Richard Ahlers starb am Heiligabend des Jahres 1950.